Meine kleine Emily ist (statt am 3. Februar) bereits am 5. Januar um 19h08 zur Welt gekommen. Sie wog 2710 g und war 48 cm gross, also schon ganz proper. Sie hatte auch keinerlei sonstige Probleme, war gesund und munter.
Dass sie eher kommt, damit hatte ich schon fest gerechnet. Am Heiligabend war der letzte Tag, an dem ich noch Wehenhemmer nahm, ab da nur noch Magnesium und ca. eine Woche Bryophyllum, ein homoeopathisches Mittel zum Ausgleich nach dem Vierteljahr Wehenhemmern.
Am Samstag, 2. Januar schliesslich fuhr mich mein Vater abends in das Krankenhaus in Bremen, in dem ich gern entbinden wollte. Es war mir nicht mehr ganz geheuer, dass ich fast den ganzen Tag über Schmerzen hatte und nur ab und an mal nicht – sollte das nicht eher andersherum sein..?
Dort fand man erst einmal nur heraus, dass das Koepfchen sehr tief lag, die Hebamme kam nicht an den Muttermund heran, sodass man mich über Nacht dabehielt. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass ich 1 cm geöffnet war und der Muttermund schon sehr weich. Was ja noch nichts heissen muss.
Zur Beobachtung und wegen der Schmerzen (die Hebammen waren allerdings nicht ganz sicher, ob ich nicht vielleicht nur sehr sensibel auf Senkwehen reagierte) sollte ich dableiben.
Die Abende und Nächte waren besonders unangenehm, was die Wehen und Schmerzen anging, unsere Atemtechnik habe ich fleissig angewandt, aber ohne Schmerzmittel ging es nicht. Am nächsten Morgen hatte sich jedoch nichts mehr getan, was den Muttermund angeht.
Man hätte mich eventuell wieder entlassen, wären da nicht auffällige Leberwerte gewesen – wegen denen musste ich zur Beobachtung weitere Tage dableiben und mir jeden Morgen Blut abnehmen lassen. Auch die Schmerzen wurden nicht weniger, die 3. Nacht war so schlimm, dass ich um 4h15 meinen Mann weckte, weil ich es nicht mehr aushielt. Wir gingen also nochmal Richtung Untersuchungsräume, wieder ans CTG (zum x-ten Mal…), aber es liess sich ausser moderater Wehentätigkeit nicht viel feststellen. Die Buscopan-Zaepfchen (gegen die Schmerzen) richteten nicht mehr allzu viel aus, sodass ich sogar noch einmal 2 Wehenhemmer bekam, was mir dann etwas Ruhe verschuf.
Am Vormittag, die Schmerzmittel hatten natürlich auch nachgelassen, ging es wieder Richtung CTG. Diesmal kam auch der Arzt, und da meine Leberwerte weiterhin recht auffällig waren (sie stiegen stetig an, ausserdem hatte ich niedrige Thrombozytenwerte und Eiweiss im Urin, es sah sehr nach HELLP-Syndrom aus), war sein Vorschlag, die Geburt einzuleiten. Mein Muttermund wurde untersucht und es stellte sich heraus, dass er mittlerweile 2 cm geoeffnet und komplett weich und verstrichen war. Für eine Einleitung war das ein guter Befund. Trotzdem sagte man mir auch, dass es gerade beim ersten Kind oft Tage dauere und sich manchmal auch gar nichts tue. Ich sollte ca. alle 4 Std. Tabletten bekommen, deren Dosis sich jedesmal um 0,25 mg steigern wuerde, wobei man mir die Nacht ersparen und mich u. U. sogar wieder mit Wehenhemmern würde.
Ich bekam also die erste Tablette, eine minimale Dosis von 0,25 g, und man sagte mir, ich solle diese am besten direkt ‘vergessen’, mich ablenken, etwas essen (ich hatte nämlich total Hunger, hatte aber wegen der langen und oft ganz einfach ineinander übergehenden Wehen schon länger nichts essen können), etc., denn vermutlich würde ich eh nichts merken.
Ok, zurück ins Zimmer, aber nach ein paar Minuten begannen die Wehen dort schon wieder. Ich versuchte sie eine Weile zu veratmen und zwängte mir irgendwie noch einen Kakao und einen Joghurt rein.
Dann verspürte ich das dringende Bedürfnis, zur Toilette zu gehen, wo allerdings nicht viel passierte, nur verspürte ich einen starken Druck und bekam dann auch eine Art Krämpfe. Jedesmal wenn ich von der Toilette aufstand, raffte es mich nach nur 30 Sekunden wieder dahin! – Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht mehr allein von dieser Toilette herunterkommen würde…
Schliesslich rief ich meinen Mann, der dann noch eine Schwester holte, was eine recht ungewoehnliche Situation ergab: Ich sass auf der Toilette, und die beiden schauten mich an. Aber ich hatte bereits gelernt, zu akzeptieren, dass sich einige Situationen ergeben, die einem unter anderen Umständen äusserst unangenehm sind, die aber sich nun nicht unbedingt vermeiden liessen.
Trotzdem schaffte ich es dann doch irgendwie, die Toilette zumindest allein zu verlassen, und die beiden stuetzten mich dann auf dem Weg zum Bett. Der Schmerz wurde dann so doll, dass die beiden mich samt Bett wieder Richtung CTG-/Untersuchungsraeume schoben. Leider blieb mir keine andere Wahl als den ganzen Weg dorthin zu schreien (tat mir schon leid fuer andere werdende Muetter), solche Schmerzen hatte ich.
Im Untersuchungsraum stellte sich dann auch heraus, weshalb: Mein Muttermund war nun ploetzlich 10 cm geoeffnet!!! Tja, ich war dann wohl doch extem gut auf die Mini-Tabletten-Dosis angesprungen…
Die Hebamme sagte irgendwas wie “direkt zum Kreissaal”, und ich, sorry, Susanne, sagte nur “PDA, PDA”, aber es war fuer jedwede Medikation zu spaet! Nun denn, im Kreissaal angekommen wurde alles etwas ertraeglicher, und ich probierte auch noch verschiedene Stellungen aus. Fast direkt konnte man schon das Haar meines Babys sehen, und nun hiess es “Pressen”. Herunteratmen war nicht drin, die Sache ist allerdings wohl auch die, dass ja ein Baby mit 40 Wochen quasi ewig lang im Geburtskanal verharren kann, aber bei Woche 35+6 weiss man natuerlich nicht, wie stabil und zaeh das kleine Wesen ist, da ist etwas mehr Eile angesagt…
Die Wehen ebbten nun jedoch ab (wohl zeitgleich mit der Wirkung der Tablette), sodass ich tatsaechlich mal Zeit hatte, mich zwischen den Wehen zu entspannen, das kannte ich gar nicht mehr!
Was einerseits angenehm fuer mich war, war aber dann fuer das Voranschreiten der Geburt weniger gut, und irgendwann schlug der Arzt vor, einen Wehentropf einzusetzen, was wir dann auch taten. Der Schmerz nahm dadurch nicht zu, aber die Moeglichkeit zu pressen. Das Pressen musste ich eh erstmal “lernen”, denn damit hatte ich mich ja im Vorfeld nie beschaeftigt.
Lange Rede, kurzer Sinn, es lief alles anders als ich es mir vorgestellt hatte, aber nach 1,5 Stunden war meine kleine Maus dann auf der Welt 
Tatsaechlich brachte ich sie in der Position auf die Welt, die ich eigentlich absolut nicht gewollt haette: ich lag zurueckgelehnt an eine Kissenwand! Der Arzt und die Hebamme hatten gemerkt, dass ich in den anderen Positionen nicht wirklich gut vorankam, und am Ende war auch Eile geboten, denn in den letzten 10 Minuten waren die Herztoene etwas auffaellig geworden, sodass die beiden ein wenig das Zepter uebernahmen und mich sanft aber bestimmt in diese Position brachten.
Trotzdem ist meinem Damm nichts passiert – bin ich froh!!!!! Nur ein geringfuegiger Scheidenriss, der hinterher genaeht wurde, und da war auch nur die lokale Betaeubung unangenehm, ansonsten kann ich ueber keinerlei Probleme berichten.
Zwar bin ich am Ende wohl nur kanpp einem Schnitt und der Saugglocke entkommen, aber ich habe es doch ganz allein geschafft, ganz ohne Schmerzmittel, es war zwar direkt bevor das Koepfchen herauskam sehr schmerzvoll, aber nicht lange, und dann war dieses suesse kleine friedliche Wesen da
Emily ist eine kleine Schlafmuetze und total lieb, weint so gut wie nie und trinkt ganz fleissig. Nach 3 weiteren Naechten verliessen wir das Krankenhaus. Heute waren wir gerade wegen der U3 beim Arzt, und Emily waechst und gedeiht
Sie ist schon 2,5 cm gewachsen und hat ueber 1 Pfund zugenommen.
HypnoBirthing war natuerlich nicht wirklich moeglich unter den Umstaenden, aber ich moechte doch noch sagen, dass es mir waehrend der Schwangerschaft sehr gutgetan hat, speziell die Regenbogen-Entspannung war wirklich schoen, und vor allem hat es mir im Hinblick auf die Geburt auch mehr Vertrauen und Zuversicht gegeben, und ich habe dieser nicht voller Angst entgegengezittert
Auch das langsame Atmen/Veratmen hat in der ersten Phase teileise gut geklappt und war hilfreich.